Was ist die Harry Gerlach Wohnungsunternehmen GmbH?

Seit Januar 2020 sind Jeannine Gerlach und Jeannette Gerlach Geschäftsführerinnen der Harry Gerlach Wohnungsunternehmen GmbH. Im Interview sprechen die beiden über den Firmengründer, über das, was das Wohnen bei Harry Gerlach ausmacht und natürlich über – Schnecken.
 

Wer ist Harry Gerlach?

Jeannine Gerlach:
In ein paar Schlagworten? Selfmade-Unternehmer, Nischen-Finder, Immobilien-Liebhaber, Hamburger Reederei-Kaufmann mit Berlin im Herzen, Glückskind, einer der weiß, was und wohin er will, Chef durch und durch – und natürlich unser Vater.

In den 1960er Jahren kam er durch einen Buchhalter-Job das erste Mal mit Immobilien in Berührung, lernte die richtigen Leute kennen und erkannte schnell, dass der Berliner Wohnungsmarkt viele Chancen bietet.

Die ersten maroden Altbauten bedurften der Renovierung und Modernisierung und so entstanden mit der Zeit viele Ideen und Unternehmen rund um die Immobilie. Unter anderem eine eigene Handwerksfirma, die Bürger Bau GmbH (Handwerk aus einer Hand), die alle Gewerke für die Altbausanierung bündelte. Und später das heutige Herz der Unternehmensgruppe, die Verwaltungsfirma Harry Gerlach Wohnungsunternehmen GmbH, die heute über 65 Immobilien in ganz Berlin verwaltet.

Man kann sagen, dass unser Vater ein Zeitzeuge des Berliner Nachkriegsimmobilienmarkts ist und ihn aktiv mitgestaltet hat. Er hat dabei alle Berg- und existenzgefährdende Talfahrten mitgemacht. So kann er heute mit einem Lächeln zurückblicken und sich erfreuen, dass „sein Werk“ in der Familie Gerlach bleibt und von der nachfolgenden Generation in seinem Sinne weitergeführt wird.

Was bedeutet es, wenn man bei der Harry Gerlach Wohnungsunternehmen GmbH wohnt?

Jeannine Gerlach: 
Wir waren immer die mit der Schnecke im Logo. Die hatte mein Vater nicht etwa ausgesucht, weil wir besonders langsam sind, sondern weil eine Schnecke immer ihr Zuhause dabei hat. Daher auch unser Slogan „Hier bin ich zu Haus“. Wir wollen unseren Mietern nicht nur irgendeine Wohnung bieten, sondern ein richtiges Zuhause. Deshalb entstand auch die Idee, unsere Immobilien in bunten Farben anzustreichen. Berlin sollte ein bisschen bunter und freundlicher werden. Man sollte immer lächeln, wenn man nach Hause kommt. 

Welche Bedeutung hat für Sie denn "Zuhause"?

„Geborgenheit. Sicherheit. Einen Ort zu haben, an dem man sich wohlfühlt.‟

Jeannette Gerlach

Jeannine Gerlach:  
Genau, zu Hause zu sein, bedeutet, sich wohlzufühlen. Unsere Mieter sollen sich bei uns und in ihrem Zuhause wohlfühlen. Das heißt auch, dass wir immer für sie ansprechbar sind und zwar nicht nur bei technischen Problemen. Es soll immer menschlich und fair zugehen, solange es der rechtliche Rahmen zulässt. Wir sind kein anonymes Vermietungsunternehmen, waren wir noch nie. Wir kümmern uns. Mein Anspruch ist es, dass unsere Mieter gerne bei Harry Gerlach wohnen.

Jeannette Gerlach: 

Bei uns kommt die Besonderheit hinzu, dass die Eigentümer der Immobilien eine ganz besonders hohe Erwartung an die Pflege und Instandhaltung haben – alleine schon aus Eigeninteresse. Deshalb kümmern wir uns so um die Häuser, als ob sie unser eigenes Zuhause wären.

Bei anderen Unternehmen sind die Mieter eher ein Mittel, um einen möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften. Der Mensch hinter dem Mieter wird da manchmal ein bisschen vergessen. Wir möchten aber, dass uns unsere Mieter so langfristg bei uns wohnen. Am schönsten wäre es, wenn unsere Mieter über uns sagen: Hier wohnen wir gerne. Hier fühl‘ ich mich zu Haus.

Mieter, die lange in einer Wohnung bleiben sollen – das klingt nicht nach dem, was man über die Immobilienbranche hört.

Jeannette Gerlach: 
Das ist richtig. Angesichts des knappen Wohnraums und der ständig steigenden Mieten, gerade in Berlin, hat die Immobilienbranche einen nicht gerade guten Ruf. Da gibt es in der Tat schwarze Schafe, die aus dieser Situation Kapital schlagen wollen und froh sind, wenn langjährige Mieter ausziehen. Aber wir wollen es eben bewusst anders machen.

Jeannine Gerlach: 
Das sollen unsere Mieter auch im täglichen Umgang mit uns merken. Nichts ist nerviger, als wenn man als Mieter Hilfe braucht und niemanden erreicht, lange warten muss oder unfreundlich behandelt wird. Hier bin ich besonders stolz auf unsere Mitarbeiter, egal, aus welcher Abteilung. Sie versuchen immer einen freundlichen Umgang mit unseren Mietern und Geschäftspartnern zu pflegen. Es tut gut zu wissen, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind.

„Wissen Sie: Man kann noch so schöne Pläne schmieden und Unternehmensphilosophien formulieren – wenn man nicht das entsprechende Team hat, das wie selbstverständlich mitzieht und mitdenkt, funktioniert nichts.‟

Jeannine Gerlach

So aber herrscht bei uns ein ganz besonderer, familiärer Geist. Unsere Mitarbeiter gehen nicht einfach zur Arbeit oder machen nur ihren Job. Sie denken mit, schauen über den Tellerrand hinaus, überlegen, wie man Dinge besser machen kann und helfen einander. Das ist gut für das Team, aber natürlich auch für unsere Mieter. 

Wo soll die Reise hingehen?

Jeannette Gerlach:
Wir werden zum einen die Chancen der notwendigen Digitalisierung nutzen und damit das Wohnen und alles, was damit zusammenhängt, für unsere Mieter so einfach wie möglich machen. In Zukunft wird man zum Beispiel Mietvertragsangelegenheiten, Abrechnungen, etc. ganz bequem online verwalten können.

„Da haben wir zwei klare Ziele: Service und Nachhaltigkeit.‟

Jeannette Gerlach

Zum anderen werden wir das zentrale Thema, nämlich Nachhaltigkeit, auch bei unseren Immobilien immer weiter ausbauen. Uns geht es darum, dass unser gemeinsames Zuhause, die Erde, für unsere Kinder und Enkel so erhalten bleibt, dass auch sie noch sicher und gut leben können. Dafür muss man aber auch etwas tun und investieren. Deshalb versuchen wir auch auf alternative Energieträger zu setzen, um die Energiebilanz der Immobilien zu verbessern.

Jeannine Gerlach: 
Das ist nur ein kleines Beispiel dessen, was wir nach und nach vorhaben. Verantwortung ist das Stichwort. Jeder Mensch sollte das tun, was er zu leisten fähig ist. Deshalb haben meine Eltern auch schon vor Jahren eine gemeinnützige Stiftung gegründet, die zum Beispiel Kinder und Menschen unterstützt, die finanziell benachteiligt oder krank sind, wenig Zukunftsperspektive haben. Es geht darum, nicht einfach sein Ding zu machen und wegzuschauen, sondern sich zu fragen: Was kann ich tun?